Wenn Schule zu viel wird – obwohl das Kind lernen möchte


Manche Kinder wollen lernen ...
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... Und trotzdem können sie irgendwann nicht mehr zur Schule.

Nicht, weil ihnen Bildung gleichgültig wäre.

Nicht, weil sie keine Fähigkeiten hätten.

Und manchmal auch nicht, weil sie den Stoff nicht verstehen.

Sondern weil der Schulalltag selbst zu viel geworden ist.

Zu viele Stimmen.

Zu viele Menschen.

Zu viele Wechsel.

Zu viele Erwartungen gleichzeitig.

Zu wenig Zeit, um anzukommen.

Zu wenig Raum, um nach einem anstrengenden Moment wieder innerlich ruhig zu werden.

Was für ein Kind ein ganz gewöhnlicher Schultag ist, kann für ein anderes jeden Tag enorme Kraft kosten.

Und oft sieht man diese Anstrengung lange nicht.

Wenn ein Kind den ganzen Tag versucht, mitzuhalten

Manche Kinder funktionieren in der Schule erstaunlich lange.

Sie passen sich an.

Sie beobachten genau, was von ihnen erwartet wird.

Sie halten aus.

Sie werden still.

Oder besonders gewissenhaft.

Erst zu Hause fällt alles auseinander.

Ein Kind weint plötzlich.

Es wird wütend.

Es zieht sich zurück.

Es kann keine weitere Frage mehr beantworten.

Manchmal beginnen Sonntagabend die Bauchschmerzen.

Manchmal wird jeder Morgen zu einem Kampf.

Und irgendwann fragen sich Eltern:

Warum ist mein Kind nach der Schule so erschöpft?

Die Antwort muss nicht immer in mangelnder Belastbarkeit liegen.

Manchmal hat das Kind den ganzen Tag etwas geleistet, das von aussen kaum sichtbar ist:

Es hat Reize gefiltert.

Soziale Situationen gelesen.

Erwartungen entschlüsselt.

Lärm ausgehalten.

Impuls um Impuls verarbeitet.

Und gleichzeitig versucht zu lernen.

Lernen braucht nicht nur einen klugen Kopf

Ein Kind kann neugierig, intelligent und lernbereit sein und trotzdem in einer bestimmten Umgebung kaum noch Zugang zu seinem Lernen finden.

Denn Lernen geschieht nicht losgelöst vom Körper.

Nicht losgelöst vom Nervensystem.

Nicht losgelöst davon, ob ein Kind sich sicher, gesehen und orientiert fühlt.

Wenn ein grosser Teil seiner Kraft dafür gebraucht wird, die Umgebung auszuhalten, bleibt weniger Kraft für Neugier.

Für Kreativität.

Für Konzentration.

Für Denken.

Deshalb stellen wir beim Verein Hertz Schule nicht nur die Frage:

Was muss dieses Kind lernen?

Sondern auch:

Unter welchen Bedingungen kann dieses Kind überhaupt gut lernen?

Manche Kinder brauchen weniger, damit mehr möglich wird

Weniger Lautstärke.

Weniger Wechsel.

Weniger Menschen gleichzeitig.

Weniger Druck.

Weniger permanente Anpassung.

Dafür mehr Klarheit.

Mehr Beziehung.

Mehr Verlässlichkeit.

Mehr Zeit.

Mehr Raum für individuelle Interessen und Fähigkeiten.

Das bedeutet nicht, die Anforderungen an Kinder einfach zu reduzieren.

Im Gegenteil.

Ein ruhiger Lernraum kann es ermöglichen, fachlich wieder viel tiefer zu gehen.

Ein Kind, das nicht permanent mit seiner Umgebung beschäftigt ist, kann seine Energie wieder für Inhalte verwenden.

Es kann fragen.

Forschen.

Lesen.

Rechnen.

Experimentieren.

Sich vertiefen.

Und vielleicht wieder entdecken, dass Lernen etwas Schönes sein kann.

Ein bewusst kleiner Lernort im Engadin

Aus diesem Gedanken heraus entsteht der Lernort des Verein Hertz Schule im Engadin.

Die Gruppen bleiben bewusst klein.

Klare Strukturen und verlässliche Beziehungen geben Orientierung.

Natur, Bewegung und eine möglichst reizarme Umgebung gehören ebenso zum Lernen wie fachliche Inhalte.

Kinder und Jugendliche erhalten Raum für selbstständiges Lernen, individuelle Begabungen, Vertiefung, Sprache und ihre eigenen Fragestellungen.

Dabei richtet sich unser Angebot nicht nur an hochbegabte Kinder.

Es kann auch für Kinder und Jugendliche interessant sein, die beispielsweise besonders reizoffen oder sensibel sind, neurodivergent lernen oder in grossen Klassen trotz vorhandener Fähigkeiten zunehmend an ihre Belastungsgrenzen geraten.

Eine Diagnose ist für uns dabei nicht das Entscheidende.

Entscheidend ist die Frage:

Was braucht dieses einzelne Kind?

Lernen in konzentrierten Blöcken

Unser Modell ist bewusst nicht wie ein gewöhnlicher täglicher Schulweg aufgebaut.

Die Kinder verbringen konzentrierte Lernphasen im Engadin und können während der Blockzeiten vor Ort übernachten.

So entsteht Zeit zum Ankommen.

Zeit, Beziehung aufzubauen.

Zeit, einem Thema länger zu folgen.

Und Zeit, nach einem intensiven Lerntag nicht sofort wieder in den nächsten organisatorischen Übergang zu müssen.

Dadurch ist der Lernort auch für Familien erreichbar, die nicht unmittelbar im Engadin wohnen.

Für ältere Schülerinnen und Schüler eröffnet die Verbindung zu einer in Whitefish, Montana, registrierten K-12/High School zudem eine internationale schulische Perspektive.

Wenn ein Kind nicht das Problem ist

Vielleicht ist eine der wichtigsten Fragen, die wir uns stellen können:

Was wäre, wenn ein Kind nicht „schwieriger“ geworden ist?

Was wäre, wenn seine Umgebung für dieses Kind einfach zu schwierig geworden ist?

Dann verändert sich der Blick.

Wir müssen nicht mehr zuerst fragen:

Wie bringen wir das Kind dazu, wieder zu funktionieren?

Wir können fragen:

Was müssen wir verändern, damit dieses Kind wieder Zugang zu seiner Kraft, seiner Neugier und seinem Lernen bekommt?

Manchmal braucht es dafür keinen grösseren Druck.

Sondern einen kleineren Raum.

Einen ruhigeren.

Einen klareren.

Einen Ort, an dem ein Kind nicht den ganzen Tag damit beschäftigt ist, sich passend zu machen.

Sondern wieder entdecken darf, wer es ist und was in ihm liegt.

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Verein Hertz Schule

Kleiner, ruhiger Lernort im Engadin

Weitere Informationen:

www.hertzschule.ch/schule

Familien, die sich fragen, ob ein anderer Lernraum ihrem Kind guttun könnte, dürfen sehr gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

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