Liebe Lehrpersonen,
liebe IF-Lehrpersonen,
liebe Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Vielleicht begleitet ihr ein Kind im Autismus-Spektrum.
Oder ein Kind, das irgendwann keine Lernfortschritte mehr zeigt.
Das kaum noch spricht.
Sich zurückzieht.
Nicht mehr zeigt, was es kann.
Oder ein Kind, das genau das Gegenteil zeigt:
Es wird laut.
Unruhig.
Aggressiv.
Es verweigert.
Und vielleicht erlebt ihr in der Schule ein vollkommen anderes Kind als die Eltern zu Hause.
Das bedeutet nicht, dass ihr euch nicht genügend eingesetzt habt.
Es bedeutet nicht, dass es an eurer Hingabe, eurer Fachlichkeit oder eurer Beziehung zu diesem Kind fehlt.
Vielleicht liegt es am Raum.
Süsswasserfische brauchen anderes Wasser als Salzwasserfische.
Beide dürfen leben.
Beide sind richtig.
Aber sie brauchen nicht dasselbe Wasser.
Und manchmal ist es mit Kindern ähnlich.
Nicht jedes Kind kann unter denselben Bedingungen zeigen, wer es ist und was in ihm liegt.
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Liebe Schulleitungen
Vielleicht kennt ihr diese Kinder ebenfalls sehr genau.
Ihr schafft Freiräume.
Ihr ermöglicht zusätzliche Lektionen, obwohl dafür vielleicht gar keine gesprochen wurden.
Ihr sucht Lösungen, führt Gespräche, verschiebt Ressourcen und versucht immer wieder, innerhalb bestehender Strukturen etwas möglich zu machen.
Auch hier geht es nicht um mangelnden Einsatz.
Manchmal braucht es schlicht einen anderen Raum.
Ein Maulwurf braucht Erde, Dunkelheit und Schutz.
Ein Adler braucht Weite, Luft und Himmel.
Man könnte einem Adler eine Haube aufsetzen, damit weniger Reize zu ihm gelangen.
Doch allein daran lässt sich noch nicht erkennen, ob es ihm gut geht.
Ob er sich sicher fühlt.
Ob er sich entfalten kann.
Ob er tief lernen kann.
Ob er fliegen kann.
Es ist eine andere Neurologie.
Und sie braucht manchmal eine andere Umgebung.
So wie Schulen schweizweit mit Bauernhöfen zusammenarbeiten,
damit Kinder aufatmen, aufblühen
und Eltern und Lehrpersonen Entlastung finden,
habe ich diesen Lernort für neurodivergente Kinder geschaffen.
Eine Lerninsel.
Mit Wald.* (*Ab Frühjahr 2027)
Mit privatem Park.*
Mit Ruhe.
Mit Stille.
Ein Ort, an dem Reize leiser werden
und Kinder wieder ins Leben, ins Atmen und ins Lernen finden dürfen.
Ich bin froh, dass Sie mich gefunden haben,
und dankbar für die Zusammenarbeit.
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An die Menschen, die Kinder begleiten
Liebe Kinderärztinnen und Kinderärzte,
liebe Psychiaterinnen und Psychiater,
liebe Psychologinnen und Psychologen,
liebe Menschen in Beratungsstellen und Schulpsychologischen Diensten
Manche Kinder sind wie Zugvögel.
Sie sehen Wege,
lange bevor andere sie erkennen.
Manche sind wie Bäume mit tiefen Wurzeln.
Sie spüren jede Veränderung im Boden
und brauchen Zeit, um Vertrauen zu fassen.
Manche folgen einer Spur so aufmerksam,
dass sie darin eine ganze Welt entdecken.
Andere hören Zwischentöne,
die im Lärm des Alltags verloren gehen.
Ich sehe die Kraft eines Kindes mit ADHS
in seiner Lebendigkeit und seinen unerwarteten Verbindungen.
Die Kraft eines autistischen Kindes
in seiner eigenen, oft aussergewöhnlich genauen Wahrnehmung.
Die Kraft eines hochbegabten Kindes
in seinen Fragen, die weit über das Sichtbare hinausreichen.
Und die Kraft eines feinfühligen Kindes
in dem, was es bemerkt, bevor jemand Worte dafür findet.
Nicht jedes Kind zeigt diese Stärken auf dieselbe Weise.
Aber jedes verdient einen Ort,
an dem wir genau hinsehen.
Ich wünsche mir die Zusammenarbeit mit Ihnen:
damit aus unserem gemeinsamen Verstehen
ein Lernraum wachsen kann,
in dem ein Kind nicht zerbrechen muss,
um seinen Weg zu finden.
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Neurodivergente Kinder mit gesprochenen Lektionen
Für neurodivergente Kinder
aus der Region,
die ihren Weg
im öffentlichen Schulsystem gehen,
öffnen wir
unseren Lernraum.
Für einzelne Lektionen.
Individuell vereinbart.
Ganz nach dem,
was gerade gebraucht wird.
Eine Lerninsel.
Ruhig.
Wertschätzend.
Reizarm.
Ein Ort,
der ihre Neurologie sieht.
Ihre grossen Potenziale.
Ihre besondere Art,
die Welt wahrzunehmen.
Ihre feinen Antennen
für das,
was andere kaum bemerken.
Ein Ort,
an dem nichts
überwunden werden muss.
An dem nichts
kleiner gemacht werden muss.
An dem Lernen
wieder Raum bekommt.
Und ein Kind
für einen Moment
einfach sein darf.
Wir sind dankbar
für die Begegnung
mit Kindern,
Eltern,
Lehrpersonen
und Schulleitungen.
Für das gemeinsame Suchen.
Für das genaue Hinschauen.
Damit ein Kind nicht weniger werden muss,
um in der Schule seinen Platz zu finden.
Für einen Ort,
der entlastet.
Der trägt.
Der zuhört.
Und dort,
wo es still genug wird,
entsteht wieder Raum
für das,
was eigentlich
immer schon da war.
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