Nicht jedes Kind lernt gut in einem Alltag, der jeden Morgen neu beginnt und jeden Nachmittag wieder abbricht.
Aufstehen.
Fahrt zur Schule.
Ankommen.
Wechsel.
Unterricht.
Pause.
Neue Gruppe.
Neue Aufgabe.
Wieder nach Hause.
Und am nächsten Morgen beginnt alles von vorne.
Für manche Kinder sind genau diese vielen Übergänge ein grosser Teil der Belastung.
Sie brauchen lange, bis sie innerlich angekommen sind.
Und kaum sind sie wirklich da, beginnt bereits der nächste Wechsel.
Deshalb haben wir unseren Lernort im Engadin bewusst anders gedacht.
Nicht jeden Tag neu anfangen
Beim Verein Hertz Schule lernen Kinder und Jugendliche in konzentrierten Blockzeiten.
Sie kommen für mehrere aufeinanderfolgende Tage ins Engadin und übernachten während dieser Zeit vor Ort.
Dadurch entsteht etwas, das im gewöhnlichen Schulalltag selten geworden ist:
Kontinuität.
Ein Kind muss nicht jeden Morgen wieder neu in eine Lernwelt eintreten.
Es darf bleiben.
Es darf ankommen.
Es darf am Abend mit einem Gedanken aufhören – und am nächsten Morgen genau dort weitergehen.
Ein Thema muss nicht nach 45 Minuten verschwinden, weil die nächste Lektion beginnt.
Eine Frage darf über Stunden oder sogar Tage mitgehen.
Vielleicht liegt genau darin eine besondere Form von Tiefe.
Wenn weniger Übergänge mehr Lernen ermöglichen
Für Kinder, die reizoffen, neurodivergent, besonders sensibel oder schnell erschöpft sind, können Übergänge sehr viel Energie kosten.
Jeder Ortswechsel.
Jede neue Gruppe.
Jede neue Erwartung.
Jede soziale Neuorientierung.
Im Blockmodell reduziert sich ein Teil dieser ständigen Veränderung.
Die Umgebung bleibt.
Die Menschen bleiben.
Die Struktur bleibt.
Und dadurch kann etwas entstehen, das für Lernen entscheidend ist:
innere Ruhe.
Wir möchten nicht, dass Kinder ihre Energie permanent dafür verwenden müssen, sich neu zu orientieren.
Wir möchten, dass möglichst viel davon für Neugier, Denken und Entdecken übrig bleibt.
Das Engadin ist nicht nur der Ort
Die Berge, die Weite, die Wälder und die Stille des Engadins sind für uns nicht bloss eine schöne Kulisse.
Sie gehören zum pädagogischen Gedanken.
Es gibt Räume, die uns enger machen.
Und es gibt Räume, in denen plötzlich wieder etwas weit wird.
Ein Weg durch den Wald.
Ein Blick über das Tal.
Kühle Luft am Morgen.
Stille nach einem intensiven Lerntag.
Bewegung zwischen zwei konzentrierten Phasen.
Gerade Kinder, die im Alltag sehr viel wahrnehmen, erleben Natur oft nicht als zusätzlichen Reiz, sondern als etwas Ordnendes.
Deshalb verbinden wir konzentriertes Lernen bewusst mit Bewegung, Natur und Zeiten, in denen ein Kind nicht ständig etwas leisten muss.
Auch für Familien von weiter weg
Das Blockmodell macht unseren Lernort auch für Familien zugänglich, die nicht direkt im Engadin wohnen.
Die Kinder müssen nicht jeden Tag mehrere Stunden fahren.
Sie kommen für die Lernphase ins Engadin, bleiben dort und übernachten vor Ort.
So kann unser Angebot auch für Familien aus anderen Regionen der Schweiz sowie aus dem angrenzenden Ausland interessant sein.
Gerade aus Liechtenstein, Vorarlberg, Tirol, Südtirol und Norditalien kann ein konzentrierter Lernblock organisatorisch sehr viel realistischer sein als ein täglicher Schulweg.
Die Entfernung wird dadurch nicht bedeutungslos.
Aber sie bekommt eine andere Form.
Nicht tägliches Pendeln.
Sondern bewusstes Ankommen und Bleiben.
Lernen, Leben und Beziehung gehören zusammen
Während eines Lernblocks geht es nicht nur um Unterricht.
Gemeinsame Mahlzeiten.
Gespräche.
Bewegung.
Ruhe.
Das Lesen am Abend.
Eine Frage, die beim Frühstück wieder auftaucht.
Auch diese Momente gehören zum Lernen.
Kinder lernen nicht nur dann, wenn jemand vor ihnen steht und etwas erklärt.
Sie lernen in Beziehung.
Im Tun.
Im Beobachten.
Im Nachdenken.
Im Zusammensein.
Und manchmal gerade in den Zwischenräumen.
Ein kleiner, verlässlicher Rahmen
Unser Lernort bleibt bewusst klein.
Denn je kleiner die Gruppe ist, desto genauer können wir wahrnehmen:
Was beschäftigt dieses Kind gerade?
Wo braucht es Herausforderung?
Wo braucht es Struktur?
Wo braucht es Rückzug?
Und wann braucht es einfach Zeit?
Unser Ziel ist nicht, möglichst viel Stoff in möglichst wenige Tage zu packen.
Ein Lernblock soll kein verdichteter Leistungsraum werden.
Im Gegenteil.
Er soll ermöglichen, dass Lernen wieder zusammenhängend wird.
Nicht hektischer.
Sondern tiefer.
Vielleicht braucht Lernen manchmal weniger Unterbrechung
Wir sind daran gewöhnt, Bildung in Stunden, Lektionen und Stundenpläne zu zerlegen.
Aber Denken funktioniert nicht immer so.
Manche Gedanken brauchen Zeit.
Manche Interessen brauchen einen ganzen Tag.
Manche Fragen brauchen mehrere Tage.
Und manche Kinder brauchen zunächst einen Ort, an dem sie nicht jeden Morgen wieder von vorne beginnen müssen.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft des Blockunterrichts:
Ein Kind darf ankommen – und lange genug bleiben, damit etwas in Bewegung kommen kann.
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Verein Hertz Schule
Kleiner Lernort im Engadin mit konzentrierten Lernblöcken und Übernachtung
Weitere Informationen:
www.hertzschule.ch/schule
Familien, die wissen möchten, ob dieses Lernmodell zu ihrem Kind und ihrer Lebenssituation passen könnte, dürfen sehr gerne Kontakt mit uns aufnehmen.